Editorial

Hallo liebe Leser/innen meines Blogs,

bereits seit vielen Jahren interessiere ich mich für gesellschaftspolitische Themen und verfolge die Entwicklungen in Politik, Wissenschaft und Gesellschaft. Im Bereich Digitalisierung habe ich die Anfänge und die rasanten technischen Entwicklungen während meines technischen Studiums und in meinen beruflichen Tätigkeiten hautnah mit erlebt.
1995 im Rahmen meiner Diplomarbeit über die numerische Simulation von Strömungen arbeitete ich mit Großrechnern an der Uni Karlsruhe – auch mit den neuen Möglichkeiten des Internets, hauptsächlich im ursprünglichen Sinne, als schnelle Informationsquelle oder zum Austausch von Informationen in Form von E-Mails, FTP. etc. Um die Jahrtausendwende als Ingenieur in einem Unternehmen für CFD-Software (CFD = Computational Fluid Dynamics) habe ich die rasante Entwicklung der Computertechnik miterlebt, insbesondere im Hinblick auf die stetig und exponential wachsenden Datenmengen, die verarbeitet werden konnten.

Den Trend zu immer komplexeren Systemen mit immer größeren Datenmengen und Datenströmen sehe ich auch in meiner heutigen Tätigkeit im Bereich Webdesign. Hier kommt noch hinzu das große Digitalkonzerne immer mehr Daten der User abgreifen. Es gibt generell eine ganze Reihe bedenklicher Entwicklungen die nur durch ein verändertes Bewußtsein in die richtigen Bahnen gelenkt werden können.

Mein Standpunkt: Die Auswirkungen neuer Techniken auf die Geselleschaft, Umwelt und das Leben werden oft nicht zu Ende gedacht!

Die vielen erkennbaren Trends im Hinblick auf die Auswirkungen auf das Leben jedes Einzelnen, wie der Gesellschaft als Ganzes erfordern dringend Aufklärung, eine öffentliche Diskussion und eine Steuerung des Wandels. Im heutigen globalen Wirtschaftssystem lässt sich die Digitalisierung womöglich nicht aufhalten, jedoch definitiv deren Entwicklung gestalten.

Unsere aktuelle Situation ist vergleichbar mit dem Beginn der industriellen Revolution. Wobei die Entwicklungen viel rasanter sind und wahrscheinlich sehr viel weitereichendere Folgen mit sich bringen. Daher ist es dringend an der Zeit, dass wir uns mit den technischen Entwicklungen und unserer modernen „Lebensart“ in ihrer Gesamtheit befassen und diese nachhaltig lebenswert gestalten.

Die wichtigste Frage, die jetzt beantwortet werden muss: „In was für einer Welt wollen wir leben?!“

In diesem Sinne, herzliche Grüße,
Heiko Attinger